Was mit einer Anfrage passiert, wenn Sie sich über einen Proxy verbinden, was er ändert und was nicht und worin er sich von einem VPN unterscheidet.
Proxys in aller Kürze
Ein Proxy ist ein Zwischenserver zwischen Ihrem Gerät und einer Website. Ohne Proxy verbinden sich Browser oder Programm direkt mit der Website, und die Website sieht Ihre IP-Adresse. Mit Proxy geht die Anfrage zuerst an den Proxy-Server, und dieser leitet sie weiter. Die Website sieht die Adresse des Proxys, nicht Ihre.
Wie eine Anfrage abläuft
- Das Programm sendet die Anfrage nicht an die Website, sondern an den Proxy-Server — an die Adresse und den Port aus den Einstellungen.
- Der Proxy prüft, ob Sie ihn nutzen dürfen: per Benutzername und Passwort oder anhand Ihrer IP-Adresse.
- Der Proxy baut in eigenem Namen eine Verbindung zur Website auf.
- Die Antwort der Website kommt zum Proxy zurück, und er gibt sie an Sie weiter.
Für Sie fühlt es sich an wie ganz normales Surfen — nur „denken“ die Websites, Sie befänden sich dort, wo die Adresse des Proxys liegt.
Was ein Proxy ändert und was nicht
Er ändert:
- die IP-Adresse, die die Website sieht;
- das Land und die Stadt, die anhand der IP ermittelt werden;
- den Anbieter, zu dem die Adresse gehört.
Er ändert nicht:
- Cookies und im Browser gespeicherte Daten;
- den Browser-Fingerprint: Bildschirmgröße, Schriftarten, Grafikkarte;
- Zeitzone und Systemsprache — sofern Sie sie nicht manuell einstellen;
- Konten, bei denen Sie bereits angemeldet sind.
Deshalb reicht ein Proxy allein nicht, um mehrere Konten zu führen: Sie brauchen zusätzlich für jedes Konto ein eigenes Browserprofil.
Proxy und VPN — der Unterschied
Ein VPN leitet in der Regel den gesamten Datenverkehr des Geräts auf einmal über sich. Ein Proxy wird für ein bestimmtes Programm oder Browserprofil eingerichtet: Ein Tab kann über Deutschland laufen, ein anderer über die USA, ein dritter direkt. Für Aufgaben, bei denen viele verschiedene Adressen gleichzeitig nötig sind, sind Proxys praktischer.
Wofür man Proxys nutzt
- Datenerfassung — Scraping öffentlicher Websites, ohne wegen zu häufiger Anfragen gesperrt zu werden.
- Kontenverwaltung — für jedes Konto eine eigene, feste Adresse.
- Prüfung von Werbung und Suchergebnissen — so, wie Nutzer in verschiedenen Ländern sie sehen.
- Tests — eine Website oder App aus der gewünschten Region prüfen.